Baurecht

Guter Rat bei Baumängeln

Rechtsanwalt Baurecht Frankfurt

Wann liegt ein Baumangel vor?

Entspricht die ausgeführte Bauleistung nicht der vereinbarten Beschaffenheit, liegt ein Baumangel vor. Maßgeblich für die Beurteilung ist also zunächst, was für eine Art bzw. welche Qualität der Ausführung der zugrunde liegende Bauvertrag (bzw. Kauf- oder Werkvertrag) bzw. die zum Vertrag gehörende Baubeschreibung vorsieht.

Selbst wenn keine bestimmte Ausführung bzw. Qualität vereinbart wurde, ist immer eine Ausführung der Bauleistung nach „durchschnittlicher Art und Güte“ geschuldet. Auch muß die Bauleistung dem vertraglichen Zweck entsprechen.

Aufforderung zur Mangelbeseitigung

Liegt ein Baumangel vor, dann muß der Auftragnehmer bzw. Bauträger zunächst zur Beseitigung des Mangels (Nacherfüllung) aufgefordert und ihm dazu eine angemessene Frist gewährt werden.

Grundsätzlich reicht zwar eine mündliche Aufforderung aus. Dennoch ist dringend zu empfehlen, dem Vertragspartner schriftlich zur Beseitigung des Mangels aufzufordern und zugleich mitzuteilen, innerhalb welcher Frist Sie die Mangelbeseitigung erwarten. Beachten Sie dabei unbedingt, dass die gesetzte Frist nicht zu knapp bemessen ist.

Außerdem sollten Sie dem Auftragnehmer bzw. Bauträger mitteilen, dass Sie nach Ablauf der Frist ggf. von Ihrem Recht Gebrauch machen werden, den Mangel selbst zu beseitigen oder Minderung zu verlangen und sich darüber hinaus Schadenersatzansprüche vorbehalten.

Folgen der Nichtbeseitigung des Mangels

Wird der Mangel innerhalb der gesetzten Frist nicht oder nicht vollständig beseitigt, dann bestehen für Sie als Auftraggeber/Bauherr folgende Möglichkeiten:

Sie können den Mangel anderweitig beseitigen lassen und von dem Bau- bzw. Werkunternehmer Ersatz der dadurch entstehenden Kosten verlangen (§ 637 BGB).

Sie können die Minderung des Preises für die Bauleistung bzw. des Kaufpreises verlangen (§ 638 BGB); die Höhe der Minderung richtet sich nach dem Minderwert der erbrachten zur geschuldeten Leistung.

Unter bestimmten Umständen haben Sie stattdessen auch die Möglichkeit, vom Vertrag zurückzutreten.

Ist Ihnen durch die mangelhafte Leistung ein weitergehender Schaden entstanden, so können Sie auch diesen unter Umständen ersetzt verlangen.

Unser Rat

Erklärt sich der Bauunternehmer bzw. Bauträger nicht freiwillig bereit, einen Mangel zu beseitigen oder in anderer Weise einen Ausgleich zu gewähren, so bedarf die weitere Durchsetzung von Ansprüchen einiger Sachkenntnis, will man nicht riskieren, am Ende leer auszugehen. Z. B. kann eine vorzeitige Beseitigung des Mangels dazu führen, dass das Vorhandensein des Mangels später nicht mehr bewiesen werden kann. Oft scheitern Ansprüche auch daran, dass zuvor nicht ausreichend zur Mangelbeseitigung aufgefordert wurde.

Wir kennen die Fallstricke, wissen, wie Sie am besten zu Ihrem Recht kommen und können Sie frühzeitig auf mögliche Risiken hinweisen, bevor unnötig hohe Kosten entstehen oder Fehler bei der Durchsetzung von Ansprüchen nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Ihr Ansprechpartner

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© 2019 Alexander Zehe – Rechtsanwalt
Letzte Aktualisierung: 01.01.2019