Baurecht

Bauvertrag nach BGB und VOB/B

Rechtsanwalt Baurecht Frankfurt

Ein guter Bau braucht Regeln

Ganz gleich, ob es um den Erwerb einer Eigentumswohnung bzw. eines schlüsselfertiges Haus von einem Bauträger oder aber die Verwirklichung individueller Vorstellungen mit Hilfe eines Architekten und einzelner Bauunternehmer geht – es muss geregelt werden, wie und in welchem Umfang die Bauleistung zu erbringen und was dafür zu zahlen ist.

Bauvertrag nach BGB

Ohne eine besondere Vereinbarung gilt das Werkrecht des BGB. Im Bauwesen wird meist jedoch ein schriftlicher Vertrag geschlossen, der die Vertragsbeziehungen zwischen den Parteien individuell regelt. Im Vertrag enthalten sind üblicherweise der Umfang der auszuführenden Arbeiten, Qualität der Materialien, Ausführungsfristen und natürlich der dafür zu zahlende Preis.

In den meisten Fällen nimmt der Bauvertrag an bestimmten Stellen Bezug auf das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB).

Bauvertrag nach VOB/B

Vor allem aber wird in Bauverträgen regelmäßig auf den Teil B der so genannten Vergabe- und Vertragsordnung des Baugewerbes – kurz VOB/B – Bezug genommen. Diese regelt bauspezifisch die Rechte und Pflichten des Bauunternehmers wie auch des Bauherrn, ohne dass die einzelnen Regelungen im Vertrag gesondert festgehalten werden müssen. Sie eine Art vertragliches Grundgerüst, dessen Regelungen die Parteien im Bauvertrag individuell ergänzen bzw. abändern können, und geht den Regelungen des BGB vor.

Die VOB/B wird jedoch nur Vertragsgrundlage, wenn dies ausdrücklich vereinbart wurde – dazu gehört auch, dass der Auftraggeber die Möglichkeit hatte, von Inhalt der VOB/B Kenntnis zu erlangen.

Bevor also Ansprüche geltend gemacht werden, muss geprüft werden, ob die Gültigkeit der VOB/B wirksam vereinbart wurde.

Unser Rat

Während für den Bauunternehmer die VOB/B zum Alltag gehört, ist der Bauherr mit ihren Regelungen oft nicht vertraut.

Die VOB/B bringt für den Bauherrn zwar auch Vorteile mit sich, allerdings sind – z. B. bei Mängeln, die während der Bauphase auftreten oder bei Abnahme und Gewährleistung – einige Besonderheiten zu beachten, sonst drohen unter Umständen erhebliche Nachteile.

Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Bauunternehmer und Auftraggeber, ist daher dringend zu empfehlen, frühzeitig einen auf Baurecht spezialisierten Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen. Die dadurch entstehenden Kosten betragen oft nur einen Bruchteil der Folgekosten, die durch falsches Handeln oder teure Mangelbeseitigung entstehen.

Noch besser: Sie lassen einen Bauvertrag, den Sie unterschreiben sollen, vorher durch einen spezialisierten Rechtsanwalt prüfen. Denn ist der Vertrag erst mal geschlossen, gelten dessen Regelungen – auch diejenigen zu Ihrem Nachteil.

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© 2019 Alexander Zehe – Rechtsanwalt
Letzte Aktualisierung: 01.01.2019