Erbschaft und Pflichtteil

Erbschaft/Annahme/Ausschlagung

Erbrecht Testament

Umfang der Erbschaft

Zum Erbe gehört das gesamte Vermögen des Erblassers.

Dazu zählen sowohl Vermögensgegenstände, Bankguthaben, Wertpapiere und andere Forderungen, aber eben auch die Verbindlichkeiten und Verpflichtungen des Erblassers (sog. Nachlassverbindlichkeiten).

Der Erbe wird insoweit Rechtsnachfolger des Erblassers.

Erbengemeinschaft

Sind mehrere Erben vorhanden, so erwerben sie das gesamte Erbe gemeinschaftlich und bilden eine Erbengemeinschaft.

Die Erbengemeinschaft ist eine sog. Gesamthandgemeinschaft, der das Erbe zunächst ungeteilt (zur gesamten Hand) zusteht.

Die Mitglieder der Erbengemeinschaft werden Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers, Vermögen wie auch Verbindlichkeiten des Erblassers gehen ungeteilt auf alle Erben über.

Um die Erbengemeinschaft aufzulösen, muss der Nachlass verteilt werden, die Erben müssen also untereinander vereinbaren, wer was bekommen soll. Ggf. müssen Ausgleichszahlungen unter den Erben geleistet werden.

Annahme der Erbschaft

Erbe werden Sie zunächst ohne Ihr Zutun, sobald der Erblasser verstorben ist.

Allerdings müssen Sie dann entscheiden, ob sie die Erbschaft annehmen oder aber ausschlagen wollen.

Ist das Erbe überschuldet (sind also mehr Verbindlichkeiten als Werte vorhanden), sollten Sie die Erbschaft ausschlagen, anderenfalls werden Sie die Erbschaft annehmen.

Die Annahme kann erfolgen

  • durch ausdrückliche Erklärung, dass Sie das Erbe annehmen,
  • durch schlüssiges Verhalten – andere Personen durften aus ihrem Verhalten schließen, dass Sie die Erbschaft annehmen,
  • durch Verstreichenlassen der Ausschlagungsfrist.

Die einmal erklärte Annahme der Erbschaft kann nicht mehr angefochten werden.

Ausschlagung der Erbschaft

Liegen Gründe vor, aufgrund welcher Sie die Erbschaft ausschlagen wollen (meist Überschuldung des Nachlasses), so müssen Sie dies ausdrücklich erklären – bloßes Schweigen führt niemals zur Ausschlagung der Erbschaft.

Die Erklärung, dass Sie die Erbschaft ausschlagen wollen, müssen Sie entweder zur Niederschrift gegenüber dem Nachlassgericht oder aber vor einem Notar abgeben.

Für die Ausschlagung der Erbschaft gilt eine Frist von sechs Wochen, die mit dem Zeitpunkt beginnt, in dem Sie Kenntnis von ihrer Stellung als Erbe erlangen.

Abweichend davon gilt eine Ausschlagungsfrist von sechs Monaten, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt des Todes seinen einzigen Wohnsitz im Ausland hatte oder aber sich bei Eintritt des Todes im Ausland befand.

Ihr Ansprechpartner

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© 2019 Alexander Zehe – Rechtsanwalt
Letzte Aktualisierung: 01.01.2019