Das Testament

Erbschaftssteuer

Erbrecht Testament

Wenn der Fiskus die Hand aufhält

Wird Vermögen übertragen – gleich ob durch Erbschaft oder Schenkung –, so fällt dabei grundsätzlich Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer an.

Dabei kann es zu bösen Überraschungen kommen, wenn die steuerlichen Folgen einer Übertragung bzw. eines Testaments nicht rechtzeitig bedacht werden. Dies gilt besonders dann, wenn das Erbe zu erheblichen Teilen aus Sachwerten – wie beispielsweise Unternehmen oder Anteilen daran – besteht.

Durch eine frühzeitige steueroptimierte Beratung lassen sich Fehler vermeiden, die Sie bzw. die Erben ggf. viel Geld kosten können. Ein Sprichwort sagt: „Man erbt zweimal – einmal vom Erblasser und einmal vom Berater“ – das gilt für Erbschaft wie für vorzeitige Vermögensübertragung gleichermaßen.

Doch selbst wenn der Erbfall bereits eingetreten ist und eine hohe Steuerbelastung droht, können die Erben durch geschicktes Handeln unter Umständen noch Geld vor dem Fiskus retten.

Wichtig: Vorsorge zu Lebzeiten

Insbesondere der zukünftige Erblasser selbst hat es in der Hand, durch eine Reihe von Gestaltungsmöglichkeiten frühzeitig dafür Sorge zu tragen, dass die Besteuerung seines Nachlasses insgesamt möglichst gering ausfällt.

Vor allem sind dabei die bestehenden Freibeträge und die unterschiedlich hohen Steuersätze zu berücksichtigen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang neben der Frage, wer überhaupt erben soll, auch die Höhe des voraussichtlichen Nachlasses und vor allem dessen Zusammensetzung.

Schenkungssteuer und die Zehnjahres-Frist

Wird Vermögen unter Lebenden übertragen – also verschenkt – , dann fällt anstatt der Erbschaftssteuer die Schenkungssteuer an.

In diesem Zusammenhang wichtig zu wissen: Schenkungen und eine spätere Erbschaft werden für steuerliche Zwecke zusammengerechnet, wenn sie in einen Zeitraum von maximal 10 Jahren fallen. Umgekehrt bedeutet dies: liegt bei Eintritt des Erbfalls oder einer weiteren Schenkung eine vorangegangene Schenkung länger als 10 Jahre zurück, so können die Freibeträge für Schenkung und Erbschaft erneut in vollem Umfang ausgeschöpft werden.

Gerade bei größeren Vermögen kann es sich also lohnen, bereits frühzeitig mit der Vermögensübertragung zu beginnen.

Heirat und Adoption als „Steuersparmodell“

Immer öfter sind Erben mit dem Erblasser gar nicht oder nur entfernt verwandt. Die Folge: einerseits ist der zu berücksichtigende Freibetrag meist sehr gering, zum anderen sind die anzuwendenden Erbschaftssteuersätze oft doppelt so hoch.

Bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften kann dies für den durch Testament erbenden Lebenspartner zu erheblichen Belastungen führen, die durch eine Heirat leicht zu vermeiden sind.

Sollen andere Personen (beispielsweise ein nichteheliches Kind des Ehepartners) bedacht werden, stellt die Adoption des Begünstigten eine interessante Möglichkeit dar, ja nach Höhe des zu übertragenden Vermögens massiv Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer zu sparen.

Unser Rat

Zwar mag es schwer fallen, sich frühzeitig mit dem eigenen Ableben und der damit in Zusammenhang stehenden Regelung der Vermögensfragen zu beschäftigen. Doch der Erbfall kommt oft überraschend, und unzureichende oder nicht durchdachte Regelungen haben dann oft erhebliche rechtliche Komplikationen zur Folge.

Gerade wenn erhebliche wirtschaftliche Werte geschaffen wurden, sollte man frühzeitig für den möglichen Erbfall vorsorgen, will man nicht die teilweise Vernichtung dieser Werte riskieren oder die Erben der Gefahr immenser Erbschaftssteuerforderungen aussetzen, für deren Ausgleich die vorhandenen Barmitteln oft nicht ausreichen.

Wenden Sie sich daher im Zweifel lieber frühzeitig an einen auf Erbrecht spezialisierten Rechtsanwalt, um herauszufinden, in welcher Weise Sie optimal Vorsorge treffen können.

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© 2019 Alexander Zehe – Rechtsanwalt
Letzte Aktualisierung: 01.01.2019