Das Testament

Form/Aufbewahrung

Erbrecht Testament

Formvorschriften – das müssen Sie wissen

Für die Errichtung eines Testamentes gelten strenge gesetzliche Formvorschriften, die unbedingt zu beachten sind. Wird bei der Errichtung eines Testamentes gegen diese Formvorschriften verstoßen, so wird das Testament dadurch in aller Regel ungültig!

Eigenhändiges (privates) Testament

Ein eigenhändiges Testament muss in seinem gesamten Wortlaut eigenhändig (handschriftlich) geschrieben und vor allem unterschrieben sein. Die Unterschrift des Erblassers muss sich dabei zwingend unter dem vollständigen Text am Schluss des Testamentes befinden.

Beim gemeinschaftlichen Testament von Eheleuten reicht es aus, wenn ein Ehegatte das Testament eigenhändig schreibt und beide Ehegatten gemeinsam unterschreiben.

Außerdem sollte unbedingt angegeben werden, wann und wo das Testament verfasst wurde.

Will man später dem Testament einen Nachtrag hinzufügen, so ist dies grundsätzlich möglich. Man sollte jedoch unbedingt darauf achten, dass deutlich wird, dass es sich bei dem hinzugefügten Text um eine Ergänzung des ursprünglichen Testamentes handelt und nunmehr der gesamte Erklärungsinhalt als letzter Wille gelten soll. Etwaige Ergänzungen sind sicherheitshalber immer mit einer gesonderten Unterschrift zu versehen, insbesondere, wenn man die Ergänzung zu dem Testament auf einem gesonderten Blatt abgefasst hat.

Testamente, die unlesbar sind oder die mit Schreibmaschine bzw. Computer geschrieben wurden, sind immer unwirksam!

Notarielles Testament

Das notarielle Testament wird errichtet, indem der Erblasser dem Notar zunächst mündlich seinen letzten Willen erklärt. Der Notar nimmt die Anordnungen in einer schriftlichen Erklärung auf, die vorgelesen und dann sowohl vom Erblasser als auch vom Notar unterschrieben wird.

Aufbewahrung

Ein eigenhändiges Testament kann überall aufbewahrt werden – also auch zu Hause. Wichtig ist, dass das Testament im Todesfall gefunden wird. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass das Testament entwendet oder unberechtigt verfälscht wird.

Deutlich sicherer und daher dringend zu empfehlen ist daher, ein eigenhändiges Testament nach der Errichtung dem zuständigen Amtsgericht in verwahrung zu geben. Dort kann das Testament weder gefälscht noch entwendet werden. Außerdem sorgt das Amtsgericht dafür, dass nach dem Tod des Erblassers das Testament bekannt gemacht wird. Der Erblasser kann sich das eigenhändige Testament später jederzeit wieder herausgeben lassen. Auch dann bleibt das Testament voll wirksam, bis es entweder vernichtet oder aber durch ein neueres Testament für ungültig erklärt wird.

Das notarielle Testament wird durch den Notar immer in amtliche Verwahrung bei dem am Sitz des Notars zuständigen Amtsgericht gebracht. Dabei gibt es jedoch eine Besonderheit: läßt der Erblasser sich ein notarielles Testament vom Amtsgericht später wieder herausgeben, wird es damit automatisch unwirksam. Es gilt dann also wieder die gesetzliche Erbfolge, bis ein neues Testament errichtet wird.

Unser Rat

In den meisten Fällen ist wegen der flexibleren Handhabungsmöglichkeiten das eigenhändige Testament völlig ausreichend bzw. oft sogar die bessere Wahl.

Wichtig ist, dass der Inhalt des Testaments die gewünschten Anordnungen so enthält, dass später möglichst kein Streit über das Erbe entstehen kann.

Wir besprechen mit Ihnen, was geregelt werden sollte, und stimmen mit Ihnen Inhalt und genauen Wortlaut Ihres Testaments ab.

Nach der Errichtung überprüfen wir das Testament auf seine formale Wirksamkeit und sorgen dafür, dass es in sichere Verwahrung des zuständigen Amtsgerichts kommt.

So können Sie als Erblasser sicher sein, dass im Falle Ihres Todes alles nach Ihren Vorstellungen geregelt ist.

Ihr Ansprechpartner

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© 2019 Alexander Zehe – Rechtsanwalt
Letzte Aktualisierung: 01.01.2019